in den Bistümern Essen und Paderborn 23. Juli
Patronat: Paderborn und Erzbistum Paderborn; gegen Koliken, Wassersucht, Fieber, Steinleiden
Über das Leben des im 4. Jahrhundert geborenen Liborius ist kaum etwas bekannt. Vermutlich war er gallischer Herkunft und genoss eine römische Ausbildung. Als historisch gesichert gilt, dass er 348 als Nachfolger des Pavacius zum zweiten Bischof von Le Mans ernannt wurde. Dieses Amt soll Liborius 49 Jahre lang ausgeübt haben, in denen er sich sehr für die Verbreitung des christlichen Glaubens einsetzte. In seiner Funktion als Bischof soll er Überlieferungen zufolge 217 Priester und 186 Diakone geweiht haben; auch die Gründung zahlreicher Kirchen im Gebiet des damaligen Gallien und eine Verbesserung der Krankenfürsorge gehen auf seine Initiative zurück.
Um 397 verstarb der Bischof. Der heilige Martin von Tours war ein Freund von Liborius; er stand dem Sterbenden in der letzten Stunde bei und zelebrierte seine feierliche Beisetzung in der Apostelbasilika von Le Mans.
Im Jahr 836 schenkte Bischof Aldric von Le Mans (800–857) die Reliquien des Heiligen Liborius Bischof Badurad von Paderborn (um 785–862) und begründete damit eine lange Partnerschaft der beiden Bistümer. Der Legende nach soll ein prächtiger Pfau bei der Übertragung der Reliquien gesehen worden sein. Eine andere Überlieferung erzählt, dass Erzbischof Werner von Mainz (um 1225–84) zum Grab des Heiligen Liborius pilgerte und von seinen Steinleiden geheilt wurde.
Die Reliquien des Heiligen wurden im 30-jährigen Krieg vom Feldherrn Christian von Braunschweig (genannt »der tolle Christian«, 1599–1626) geraubt. Nach dessen Tod wurden die Gebeine des Liborius in Lothringen entdeckt und ins Brigittakloster nach Bonn in Sicherheit gebracht. Dort erkannten die Nonnen bald die Bedeutung der Reliquien und sorgten dafür, dass diese wieder nach Paderborn überführt wurden, wo sie noch heute im Liborius-Schrein unter dem Altar der Domkrypta aufbewahrt werden.
Darstellung: im Bischofsornat
Attribute: Mitra, Stab; Pfau; Buch (auf dem Steine liegen)

Quelle: Herder-Verlag









